
Carl Friedrich Gauß-Medaille an Armido Studer
Die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft lädt ein zur
Jahresversammlung mit Verleihung der Carl Friedrich Gauß-Medaille (16.00 - 18.00 Uhr) sowie
zum Carl Friedrich Gauß-Kolloquium (09.30 - 12.30 Uhr) am 24. April 2026, Dornse Altstadtrathaus 7, 38100 Braunschweig.
Pressemitteilung
Braunschweig. Prof. Dr. Armido Studer vom Institut für Organische Chemie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wird am 24. April 2026 mit der Carl Friedrich Gauß-Medaille der BWG ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung würdigt die Gesellschaft einen Wissenschaftler, dessen bahnbrechende Arbeiten die moderne organische Chemie nachhaltig geprägt haben.
Nach seinem Chemiestudium an der ETH Zürich von 1987 bis 1991 promovierte Prof. Studer 1995 in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dieter Seebach. Anschließend vertiefte er in einem Postdoktorat bei Dennis P. Curran an der University of Pittsburgh (USA) seine Expertise in der Radikalchemie. Im Jahr 2000 habilitierte er an der ETH Zürich und folgte noch im selben Jahr einem Ruf auf eine Professur für Organische Chemie an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2004 leitet er als Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie in Münster eine international sichtbare und überaus produktive Forschungsgruppe.
Radikale sind hochreaktive Zwischenstufen in der Organischen Chemie, die schwer zu kontrollieren sind, aber vielfältige Reaktionswege eröffnen. Gegenwärtig stehen sie im Fokus der Forschung, da sie den Zugang zu neuartigen Stoffen und Materialien ermöglichen, die zahlreiche Anwendungen haben. Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Studer liegen in der Entwicklung fundamental neuartiger radikalischer Synthesemethoden, in der Organokatalyse sowie in der funktionellen Modifikation von Polymeren und Oberflächen. Besonders bekannt wurde Prof. Studer durch seine innovativen Ansätze, das Elektron als Katalysator einzusetzen, wodurch er völlig neue Perspektiven auf radikalische Prozesse erschlossen und damit nachhaltige Synthesewege ermöglicht hat.
Prof. Studer gehört zu den meistzitierten Chemikern weltweit und hat etwa 450 Publikationen in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht. Er zählt als „Highly Cited Researcher“ zu den einflussreichsten Wissenschaftlern seines Fachgebiets.
Für seine herausragenden Forschungsleistungen wurde Prof. Studer bereits zweimal mit einem ERC Advanced Grant des European Research Council ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter kürzlich den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungs-gemeinschaft, den Arthur C. Cope Late Career Scholars Award der American Chemical Society, den Pedler Award der Royal Society of Chemistry, den Paracelsus-Preis der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft sowie die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker.
Seine wissenschaftliche Exzellenz wurde durch die Wahl in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die European Academy of Sciences und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste weiter unterstrichen.
„Prof. Dr. Armido Studer hat durch seine visionären Beiträge zur Radikalchemie und zur nachhaltigen Synthesemethodik Maßstäbe gesetzt“, betont Prof. Dr. Matthias Tamm, Vorsitzender der Klasse für Mathematik und Naturwissenschaften der BWG. „Wir sind stolz darauf, seine außergewöhnlichen Leistungen mit der Carl Friedrich Gauß-Medaille zu ehren.“
Die festliche Verleihung der Carl Friedrich Gauß-Medaille findet am 24. April 2026 im Altstadtrathaus (Dornse) in Braunschweig statt. Weitere Informationen und Bildmaterial erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der BWG.
Die BWG ist eine traditionsreiche Wissenschaftsgesellschaft mit rund 200 Mitgliedern, vorwiegend aus den Universitäten in Braunschweig, Clausthal-Zellerfeld und Hannover. Sie fördert den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch und trägt wissenschaftliche Themen in die Öffentlichkeit. Jährlich verleiht sie die Carl Friedrich Gauß-Medaille an eine herausragende Wissenschaftlerin oder einen herausragenden Wissenschaftler aus den Geistes-, Natur- oder Ingenieurwissenschaften